Der große Tag

Wenn ich auf 2013 zurück blicke, dann wird das vergangene Jahr von einem Ereignis dominiert: von unserer Hochzeit! Anfang des Jahres haben wir beschlossen zu heiraten und dann gingen die Vorbereitungen los.

Erstaunlicherweise war es doch etwas schwieriger eine geeignete Location für die Hochzeit zu finden, vor allem weil wir so gut wie nie essen gehen und somit keinen Überblick hatten, aber am Ende haben wir das perfekte Lokal gefunden, in dem ich auch den nötigen Spielraum für meine eigenen Ideen hatte. Und so konnten wir dann endlich die Einladungen verschicken. Unser Hochzeitstag sollte eine lustige Party werden und kein steifes Fest. Also haben wir uns gegen eine Sitzordnung entschieden und den Dresscode inklusive Krawatte einfach gestrichen, worüber glaube ich jeder froh war. Eine Krawatte habe ich auf jeden Fall nicht gesichtet. 😉

Mein Anspruch war, so viel wie möglich selber zu machen. Kurzfristig ist mir auch der Gedanke durch den Kopf gespukt, das Kleid selber zu nähen, aber der Druck wäre mir zu groß gewesen und ich wusste ja auch gar nicht, was ich wollte. Wir haben "nur" standesamtlich geheiratet, also musste es kein Prinzessinnen-Outfit sein, das Minimum ein Monatsgehalt verschlingt. Es sollte zu mir passen und ich hatte mir überlegt, dass es schön wäre, wenn ich es zu einem anderen Anlass nochmal anziehen kann. Ich hatte mir ein schönes, kurzes Spitzenkleid ausgesucht, das aber sehr eng war und ohne formendes Unterkleid nicht tragbar war, da sich jedes Gramm zu viel eindeutig abgezeichnet hat. Nachdem ich diverse Formunterwäsche ausprobiert habe, war mir klar, dass es nichts enges wird und ich habe mich von dem traumhaften Spitzenkleid verabschiedet. Ich bin dann mit einer Freundin in die große Stadt und gleich im ersten Laden hat mich DAS KLEID angelächelt. Ich bin dann mit einem Arm voll Kleidern in die Umkleide verschwunden und es war das einzige, das ohne Wenn und Aber gepasst hat. Also hab ich es gekauft. Die passenden Schuhe zu finden, war dann etwas schwieriger, aber hat auch gut geklappt. Eine Clutch selber zu nähen, hat mir zeitlich nicht gereicht, aber ich habe zufällig eine passende gefunden. Den Schmuck und die Unterwäsche hab ich mit einer anderen Freundin besorgt und Haare und Make-up habe ich vertrauensvoll in die Hände meiner Friseurin gelegt. Ich habe mir auch einen Bolero besorgt, den ich mir bei kühlerem Wetter hätte überwerfen können. Bis heute hängt er unbenutzt im Schrank.

Der Anzug-Kauf ging ebenso schnell vonstatten. Rein in den Laden, anprobiert, gekauft. Und die Schuhe des Bräutigams sind einfach der Hammer. Er hatte zwar Zweifel, wie sie wohl ankommen würden, aber die Hauptsache ist doch, dass sich der Bräutigam wohlfühlt und er ein paar Schuhe hat, das ihm passt und in dem er es auch den ganzen Tag aushält – kommt selten genug vor.

Die Trauung war schön. Der Standesbeamte hat die doch recht trockene rechtliche Geschichte mit vielen Zitaten aufgelockert. Ich war ziemlich aufgeregt und hatte die ganze Zeit einen trockenen Mund. Alle haben etwas gelacht, als der Standesbeamte vom Urlaub im sonnigen Süden sprach. (Wir sind in den Flitterwochen nach Irland geflogen.) Beim Ringe anstecken kam die Zeremonie etwas ins Stocken, weil ich den Ring nicht über den Finger des Superhelden bekommen habe. Es hat dann doch noch geklappt und wir wurden zu Eheleuten erklärt. Danach haben wir direkt vorm Rathaus bei strahlendem Sonnenschein mit super Stimmung, leckeren Häppchen und kühlem Sekt mit Freunden und Verwandtschaft angestoßen.

Mit dem engsten Kreis ging es dann weiter zu Kaffee und Kuchen in die Kantina.

Die Tischdeko wollte ich schlicht und rustikal, passend zur Location: ein paar Blumen passend zum Brautstrauß, Sukkulenten im Weck-Glas und selbstgemachter Sirup als Gastgeschenk.

Die Kuchen waren alle selbstgemacht. Die Hochzeitstorte habe ich selber gebacken. Das Rezept habe ich aus einer LECKER Bakery, online findet ihr es hier. Statt Himbeer-Götterspeise habe ich Himbeerpulver verwendet und den Fondant habe ich fertig gekauft, weil er mir beim Probebacken nicht gelungen ist. Das Stapeln und das Überziehen mit Fondant war eine ganz schöne Zitterpartie, aber zum Glück hat alles bestens geklappt.

Unser Gästebuch ist ein Poster, auf dem jeder seinen Fingerabdruck hinterlassen konnte. Die Idee habe ich von hier. Dort kann man sich das Bild direkt runterladen; ich habe es aber etwas verändert. Das Motiv ist einfach perfekt. Wir fahren beide gerne Fahrrad und dass ich auf Luftballons stehe ist kein Geheimnis. Das war sicher auch der Grund warum uns meine Schwester mit Helium-Luftballons inklusive süßen Postkarten überrascht hat, die die Gäste mit guten Wünschen versehen haben und die der Finder zurück schicken sollte. Vier Karten sind zurück gekommen. Eine Woche vor der Hochzeit haben meine Schwester und ich Accessoires für die Fotobox gebastelt, mit denen sich die Gäste fotografieren konnten.

Als es dann draußen etwas windig und kühl wurde, sind wir zum Abendessen nach innen umgezogen. Wir haben überlegt, was wirklich jeder mag und ich habe noch nie jemanden sagen hören: Grillen ist doof. Deswegen gab es ein Grillbuffet, bei dem auch etwaige Vegetarier auf ihre Kosten gekommen sind. Und es war richtig, richtig lecker. Nach dem Dessert ist ein Großteil gegangen. Der harte Kern hat noch ein bisschen weiter gefeiert und um zwei Uhr haben wir das Fest beendet. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Zuhause haben wir dann noch diverse Wassergläser aus dem Weg räumen, alle Sicherungen wieder rein machen und unsere Bettwäsche suchen müssen. Dann sind wir beide noch kurz unter die Dusche gehüpft und glücklich ins Bett gefallen.

Es war ein wunderbarer Tag und ich denke immer wieder daran zurück.

4 Gedanken zu „Der große Tag

  1. Toll, toll, toll! 🙂 Im Wesentlichen war es das, was ich sagen wollte. 🙂
    Etwas detaillierter: Ich liebe euer kleines Einladungsheftchen sehr! Die Buchstabendeko finde ich natürlich großartig 😉 und die Schuh-Geschichte hatten wir ja auch (wenn auch mit anderen Schuhen, es wurde aber auch sehr viel über die Bräutigamschuhe geredet). Deine Hochzeitstorte sieht großartig aus und überhaupt, alles ist toll! 😀 Vielen Dank fürs Zeigen!

    • Ich habe mich die ganze Zeit geärgert, dass ich nicht die Ruhe gefunden habe, endlich mal über unsere Hochzeit zu schreiben. Ich freue mich, dass es dir gefällt!

  2. Liebe Sabrina, erst einmal einen guten Start ins 2014. Ich Danke dir für deinen Einblick in deinen schönsten Tag des Jahres 2013. Ich finde es Klasse, wir du alles geschildert hast und deine Ideen um gesetzt hast und hab mir gerade ein paar Inspirationen für die Hochzeit unserer Freundin geholt, die diesen Sommer heiraten wird.

    Liebe Grüße aus dem hohen Norden

    Manja

    • Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob. Das freut mich sehr!
      Ich wünsche dir auch ein tolles 2014 und viel Spaß bei den Vorbereitungen und auf der Hochzeit deiner Freundin.
      Liebe Grüße aus dem Süden, Sabrina

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