Bleibt alles anders

Vor 366 Tagen ist mein Opa gestorben.
Und vor 365 Tagen habe ich meinen neuen Job angetreten.

Atlantik

Mein Opa war immer ein neugieriger, fröhlicher, aktiver Mann, der sich vor ein paar Jahren sogar einen Laptop zugelegt hat, um mit seiner Familie in Kontakt zu bleiben. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, lag er völlig entkräftet im Bett und konnte noch nicht mal etwas lesen. Es war unglaublich schwer ihn so zu sehen. Wir haben versucht ihm die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten und ihm Mut zu machen. Aber was sagt man jemandem, der keinen Lebenswillen mehr hat?

Ich bin der Meinung, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Aber ich habe nicht mit der Trauer gerechnet. Nicht mit dieser Traurigkeit, die alles lähmt und keinen klaren Gedanken zulässt. Nicht mit den Erinnerungen, die immer wieder hochkommen und einem die Tränen in die Augen treiben. Es war und ist sehr schwer für mich. Wie es meiner Großmutter (seiner Frau) und meiner Mutter (seiner ältesten Tochter) geht, daran möchte ich gar nicht erst denken.

Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn ich nicht gerade zu der Zeit den Job gewechselt hätte. Wenn ich einfach wie bisher weitermachen und/oder Urlaub hätte nehmen können. Aber so war alles anders und alles neu und ich war völlig von der Rolle. Alles war übermäßig anstrengend. Ich habe für Kleinigkeiten viel länger gebraucht als normalerweise und mich zu konzentrieren war fast unmöglich. Ich habe mich so gut es ging angestrengt um zu „funktionieren“, was mich ziemlich unter Druck gesetzt hat, so dass vieles erst recht schief lief. Mein Start im neuen Job war daher alles andere als einfach und zwischendurch sah es wirklich so aus, als ob ich die Probezeit nicht überstehen würde. Die meiste Zeit war ich ein kleines, weinendes Häufchen Elend.

Nach und nach ist es dann besser geworden. Mein Kopf funktioniert wieder und liebe Freunde sorgten (und sorgen) für ausreichend Ablenkung. Der neue Job macht mir Spaß und ich habe sehr nette Kollegen. Nur zum Bloggen hatte ich keinen Nerv. Unter anderem weil ich nicht wusste, wie ich das alles in Worte fassen soll. Und weil ich nichts zum Zeigen hatte. Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich überhaupt weiter bloggen möchte. Immerhin weilt einer meiner treuesten Leser nicht mehr unter uns. Und als ich eigentlich gerade beschlossen hatte aufzuhören, kam die Lust wieder. Und auch die Begeisterung für DIY-Projekte flammte erneut auf.

Das ideenkind ist wieder da.

Hallo 2014! Ich spiel jetzt auch mit

Hallo zusammen, da bin ich wieder. Ich habe schon x Mal angefangen diesen Beitrag zu schreiben, aber konnte einfach nicht die richtigen Worte finden. Es gab und gibt viel zu erzählen, aber für manches ist der Blog einfach nicht der richtige Ort. Auch wenn ich hier gerne alles los werden würde, manches ist zu privat, manches wäre für den einen oder anderen verletzend und es muss ja auch nicht immer jeder alles wissen.

Da es eindeutig zu spät für einen Jahresrückblick ist, möchte ich euch einfach danken. Danke für eure Kommentare und eure Anteilnahme im letzten Jahr. Und danke an alle, die unsere Hochzeit zu einem gelungenen und unvergesslichen Tag und einer tollen Party gemacht haben. Jede einzelne Geste bedeutet mir so viel!

ideenkind | Ein Dankeschön für die Hochzeitsgäste

Ich würde euch gerne allen einen Kuchen schenken, so wie unseren Hochzeitsgästen, aber das würde meine Kapazitäten sprengen. Ich habe so schon ca. 40 Stück gebacken. Ich gebe euch einfach das Rezept, dann könnt ihr euch euren Kuchen selber backen, ok? Den Guiness-Schoko-Kuchen habe ich auf Steffis Blog ohhhmhhh entdeckt. Ich habe mich an das Rezept gehalten, die Teigmenge aber auf sechs sterilisierte 500 ml Weck-Gläser aufgeteilt und gebacken. Das Frosting habe ich dann einfach weggelassen und die Kuchen direkt nach dem Backen mit (ebenfalls sterilisierten) Deckeln und Gummiringen luftdicht verschlossen. Die Idee ist überall sehr gut angekommen und der Kuchen hat auch allen geschmeckt. Er ist nicht wahnsinnig süß, durch das Bier schmeckt er leicht malzig und er ist super saftig!

Die Hochzeit und unsere Flitterwochen waren eindeutig die Highlights des letzten Jahres. Und unser Wochenend-Trip nach Berlin zur Blue Man Group (die Tickets haben wir zur Hochzeit geschenkt bekommen).

ideenkind | Brandenburger Tor

Weniger gut war dann die Kündigung am Ende des Jahres. Darüber hatte ich ja schon berichtet.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir nach Köln gefahren und haben dort mit dem „neuen“ Teil meiner Familie (die Eltern des Superhelden und seine Schwester mit Mann und Kindern) ein paar schöne Tage mit gutem Essen und netten Gesprächen genossen. Wir haben die Zeche Zollverein besucht bzw. wegen schlechtem Wetter das Ruhr Museum besichtigt und gerade noch rechtzeitig Christos Installation „Big Air Package“ im Gasometer angeschaut. Faszinierend.

Außer Windpocken waren wir auch mit einem Magen-Darm-Infekt konfrontiert, der dann auch den Superhelden befallen hat, als wir gerade den „alten“ Teil meiner Familie (meine Eltern, meine Schwester und meinen Bruder mit seiner Freundin) besucht haben. Die Heimfahrt war… überstürzt und ist gerade noch gut gegangen.

Bis Silvester sind wir faul auf der Couch rumgehangen. Der Superheld hat sich auskuriert und ich habe die Tage genutzt um Kraft zu sammeln. Kraft für die letzten Tage im alten Job. Und Kraft für den Start im neuen. Denn ich habe tatsächlich eine neue Stelle gefunden ohne einen einzigen Tag arbeitslos zu sein. (Auch wenn wir das ohne größere Probleme gewuppt bekommen hätten, war das meine größte Sorge.) Und das zwischen den Jahren… Ich bin super glücklich, dass es geklappt hat, alles hört sich super an und meine Wünsche wurden weitestgehend erfüllt. Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag und am Montag fange ich beim neuen Arbeitgeber an. Ich freu mich schon, bin aber auch mindestens genauso sehr aufgeregt.

In den letzten freien Tagen fahre ich mit meiner Mama zu meinen Großeltern. Da ich im ersten halben Jahr während der Probezeit keinen Urlaub nehmen kann und es meinem Opa gerade gar nicht gut geht, nutze ich die Gelegenheit ihn zu besuchen. Ich hoffe sehr, dass es nicht das letzte Mal sein wird.

Für dieses Jahr mache ich keine Vorsätze. Statt dessen wünsche ich mir ein paar Dinge. Hat für den Job bereits funktioniert und hört sich irgendwie positiver an. Und in meinem Alter weiß man auch, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen. Man ist dann nicht so enttäuscht und kommt sich nicht so sehr wie ein Versager vor, weil man es wieder nicht geschafft hat, seine Vorsätze umzusetzen. 😉
Meine Wünsche für 2014:

  • Mehr Zeit für mich und kreative Projekte: kochen, nähen, stricken, basteln, werkeln, … Das ist letztes Jahr auf der Strecke geblieben.
  • Mehr Gitarre üben.
  • Weniger fernsehen, stattdessen mehr lesen und Musik hören.
  • Bessere Fotos schießen.
  • Ein neues Blogdesign.
  • Mehr bloggen und kommentieren.
  • Eine neue Wohnung mit mehr Platz, großer Küche und Esszimmer mit einem großen Tisch für gesellige Stunden mit Freunden.
  • Eine gesunde Nichte/einen gesunden Neffen! Ich werde nämlich Tante!

Nur eins nehm ich mir fest vor: jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Am Montag geht’s los!

Unsere Flitterwochen in Irland

Zu meinen besonderen Erlebnissen im letzten Jahr gehören außer unserer Hochzeit natürlich auch unsere Flitterwochen. Die Bilder von unserer Hochzeitsreise möchte ich euch nicht vorenthalten. Aber seid gewarnt, dies ist ein Mammut-Post mit massenhaft Bildern!

Drei Tage nach unserer Hochzeit sind wir nach Irland geflogen um dort unseren Honeymoon zu verbringen. Wir stehen beide nicht so auf Pauschalreisen und Badeurlaub. Nicht, dass ich etwas gegen den warmen Süden hätte, ich würde sehr gerne nach Cuba, Hawaii oder Australien reisen um Land und Leute kennen zu lernen, aber dafür ist mein Geldbeutel einfach zu klein. Und in Europa gibt es erstmal genug interessante Flecken, die eine Reise wert sind.

1. Tag

Um 10:50 Uhr sind wir in Frankfurt am Flughafen los geflogen und zwei Stunden später um 12 Uhr Ortszeit in Dublin gelandet. Vom Flughafen aus sind wir mit dem Doppeldecker-Bus in die Innenstadt gefahren und haben das Hotel Temple Bar im Stadtteil Temple Bar mitten in Dublin bezogen. Wir haben uns gemütlich frisch gemacht und danach einen Streifzug durch Dublin inklusive Abendessen unternommen.

2. Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und zuerst das Trinity College und das Book of Kells besichtigt. Später haben wir eine Sightseeing-Tour im offenen Doppeldecker-Bus gestartet. Beim Guinness Storehouse sind wir ausgestiegen und haben uns das mal näher angeschaut. Die Geschichte und die Herstellung von Guinness wird in einer tollen Ausstellung umfangreich gezeigt. Das Essen ist gut und in der Gravity Bar hat man einen wunderbaren Ausblick über ganz Dublin. Den Abend haben wir im Brazen Head, dem ältesten Pub Irlands, verbracht. Wir waren aber zu spät dran und haben leider nichts mehr zum Essen bekommen. Und so sind wir später noch im McDonald’s eingekehrt.

Ich wäre gerne noch ein bisschen in Dublin geblieben um kleine Läden und touristisch unbekannte Sachen, wie den Granby Park, über den wir „gestolpert“ sind, zu entdecken. Und um in den vielen Restaurants mit Speisen aus den unterschiedlichsten Ländern zu schmausen. Erschreckend fand ich, dass so viele Gebäude leer standen und zu Verkaufen oder zu Vermieten waren. Da sieht man die Auswirkungen der Finanzkrise.

3. Tag

Am dritten Tag haben wir unseren Mietwagen abgeholt und sind nach Howth gefahren um uns den dortigen Leuchtturm anzuschauen. Wir haben uns im Octopussy’s gestärkt und uns dann auf den Weg gemacht. Der angedachte Spaziergang wurde zu einer ausgewachsenen Wanderung – hat sich aber gelohnt. Ich war nur froh, dass wir den Weg zurück im Bus zurück legen konnten. Danach haben wir zum Übernachten das B&B Sea Dew House in Tullamore angesteuert und im Bridge House Hotel einen leckeren Burger und Salat zu uns genommen.

4. Tag

Am vierten Tag haben wir uns zwei der bekannten Whiskey-Distillerien in Irland angeschaut: das Tullamore Dew Heritage Centre und die Kilbeggan Distillery Experience. Von dort sind wir weiter nach Galway gefahren und haben zwischendurch noch das Kloster Clonmacnoise besichtigt. Imponierend, aber ein bisschen langweilig. Ca. 30 km vor Galway hatten wir einen Platten. Also mussten wir am Straßenrand das Notrad aufziehen und uns in Galway eine Unterkunft suchen. Da meine Nerven zu dem Zeitpunkt ziemlich runter waren, haben wir uns gegen das Stadtzentrum entschieden und uns eine Übernachtung im Salthill Hotel gegönnt – die teuerste unserer ganzen Reise. Weil wir mal wieder zu spät dran waren fürs Abendessen gab es Sandwiches und Dosenbier aus dem Supermarkt, das wir später in der Badewanne genossen haben. 😉

5. Tag

Morgens hat es geregnet und wir sind erstmal losgezogen um den kaputten Reifen zu wechseln. Zum Glück haben wir einen gebrauchten bekommen können, so dass unsere Reisekasse nicht allzu sehr strapaziert wurde. Eigentlich hatten wir für den Tag die Cliffs of Moher geplant. Da das Wetter sich aber bis mittags immer noch nicht gebessert hatte, haben wir beschlossen weiter zu fahren. In Strandhill bei Sligo haben wir im Shells einen Zwischenstopp gemacht. Über das Café und die Inhaber habe ich schon zuvor etwas gelesen gehabt und wollte mir das mal in echt anschauen, unter anderem mit der Hoffnung die Besitzer zu treffen. Leider hatte ich Pech, aber ich habe mir vor Ort das Kochbuch und Tee gekauft und gegessen haben wir dort auch gut. Wie stürmisch das Wetter war, kann man auf den Bildern gar nicht so gut erkennen. Aber beim ersten Versuch aus dem Auto auszusteigen, hat es mir die Türe wieder vor der Nase zugeschlagen. Daher wurde auch nichts aus dem angedachten Spaziergang und so haben wir uns zu unserem nächsten Ziel aufgemacht und sind bis nach Carrick weitergefahren um dort in der Slieve League Lodge zu übernachten.

6. Tag

Zum Glück hat es nach dem Frühstück aufgehört zu regnen und wir konnten unseren Plan die Klippen von Slieve League zu besteigen in die Tat umsetzen. Auf der Fahrt dorthin konnte man gut sehen, wie sehr es am Tag zuvor geregnet hatte: der River Glen hatte ganz schön viel Wasser. Am Slieve League angekommen war es noch ziemlich diesig, aber der Nebel hat sich im Laufe des Tages gelichtet und es kam sogar die Sonne raus. Der Eisverkäufer am Parkplatz hat uns erzählt, dass es schon lange nicht mehr so viel am Stück geregnet habe, dass wir dadurch aber in den Genuss der Wasserfälle kämen. Die Klippen von Slieve League sind bis zu 601 Meter hoch und wirklich beeindruckend. Unberührte Natur, keine Absperrungen, sehr wenig Menschen, dafür umso mehr Schafe. Für mich war das eindeutig das Highlight unserer Reise.
Nach einer ca. vierstündigen Wanderung mit Vesperpause sind wir nach Portrush in Nordirland weitergefahren und haben dort im Ramada übernachtet. Wir haben es gar nicht registriert als wir die Grenze überquert haben und uns gewundert, dass wir auf einmal überall langsamer fahren mussten. Bis wir endlich kapiert haben, dass das nun Meilen sind, hat es ganz schön gedauert. Auf der Suche nach etwas zum Essen sind wir in einer ziemlich schlechten Pizzeria gelandet und haben uns danach geärgert, dass wir nicht ins Fischrestaurant gegangen sind. Hinterher ist man immer schlauer. Der geplante Pub-Besuch fiel leider ins Wasser, weil sie dort keine Kreditkarte akzeptiert haben und wir nicht nur dafür Bares abheben wollten. Also haben wir unseren Schlummertrunk im Hotel eingenommen.

7. Tag

In den Norden sind wir eigentlich hauptsächlich wegen dem Giant’s Causeway gefahren. Das Wetter hat uns wieder mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt und auf dem Weg zum „Damm des Riesen“ hatten wir einen tollen Blick über den Atlantik und die Küste. Auf dem Weg zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit wollten wir uns eigentlich noch Newgrange angucken, waren aber zu spät dran. Also sind wir weiter gefahren und haben im Trim Castle Hotel Station gemacht. Das Restaurant, in dem wir eigentlich essen wollten, haben wir nicht gefunden, also haben wir im Hotel gegessen. Die Portionen waren zwar recht klein, aber das Essen war sehr lecker.

8. Tag

Da wir direkt gegenüber des Trim Castle übernachtet haben, in dem übrigens Braveheart gedreht wurde, haben wir es auch besichtigt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war richtig gut und die Führung war sehr ausführlich und toll erzählt. Für unser nächstes Ziel, den Powerscourt Wasserfall, wurden im Vergleich dazu Wucherpreise verlangt. Laut Reiseführer gibt es eine schöne Wanderroute. Wir sind der Straßenbeschilderung gefolgt und standen auf einmal vor einer Schranke. Die Durchfahrt kostete 7 Euro. Ein paar hundert Meter weiter sind wir an einem Parkplatz gelandet, direkt nebendran der Wasserfall und kein Wanderweg in Sicht. Wir haben uns ein bisschen in die Büsche gewagt, sind aber nicht wirklich weit gekommen. Daher haben wir unsere sieben Sachen gepackt und sind zum Kloster Glendalough gefahren. Das Kloster liegt wunderschön in einem Tal an einem See. Dort haben wir dann unsere Wanderung nachgeholt. Übernachtet haben wir im Hotel Kilkenny, was absolut nicht weiter zu empfehlen ist. Gegessen haben wir an diesem Abend endlich mal richtig irisch in Lanigan’s Bar & Restaurant mit Live Music und Irish Dance.

9. Tag

Für den neunten Tag haben wir uns vorgenommen die Dingle Peninsula zu umrunden. Der Tag war recht diesig und wurde im Laufe des Tages immer düsterer und die Sicht immer schlechter. So konnten wir die Blasket Islands gegenüber dem westlichsten Punkt Irlands leider nicht sehen. Dafür hatten wir das Vergnügen bei stetigem Nieselregen ein Ständchen von einem Flötenspieler zu bekommen. Das war fast schon ein bisschen gruselig, einfach schaurig schön. In Dingle haben wir in John Benny’s Pub leckeren Fisch gegessen. Die Nacht haben wir dann in Limerick im Absolute Hotel verbracht, übrigens sehr zu empfehlen.

10. Tag

Als wir am nächsten Tag zum Auto gegangen sind erwartete uns der nächste Platten. Wir haben einen Pannenservice angerufen, der kam um uns den Reifen aufzupumpen und ihn dann in der Werkstatt zu wechseln. Wir hatten wieder Glück und konnten einen gebrauchten ergattern. Leider war dann aber der halbe Tag im Eimer und unsere Pläne somit auch. Es wäre zwar noch einiges möglich gewesen, aber es hat geregnet, ich war ziemlich k.o. nach einer Woche wechselnden Betten, ungewohnter körperlicher Tätigkeit und einer doofen Erkältung. Also haben wir beschlossen einfach in Limerick bummeln zu gehen. Wir haben Mitbringsel für unsere Wohnung-Sitter besorgt und im The Locke Bar & Oyster House Restaurant zu Mittag gegessen. Um auf Nummer sicher zu gehen sind wir abends gleich in Richtung Dublin weitergefahren um auf eventuelle Überraschungen am kommenden Abflugtag flexibler reagieren zu können. Das Hotel The Green Isle hatte starken Jugendherbergscharakter, aber wir hatten keine Lust im Dunkeln weiter zu Suchen und zum Schlafen war es ausreichend. Das Essen war auch ok.

11. Tag

Am nächsten Mittag haben wir am Flughafen unseren Mietwagen zurück gegeben und den Rest des Tages bis zum Abflug um 17 Uhr am Flughafen verbracht. Aber besser so, als wenn wir den Flieger verpasst hätten. In Deutschland sind wir um 20 Uhr Ortszeit in Frankfurt angekommen und haben glücklicherweise kurz darauf direkt einen Zug erwischt. In Mannheim mussten wir dann umsteigen und in Karlsruhe gab es noch einen ungeplanten Zwischenstopp, weil der Triebwagen einen Schaden hatte. Innerhalb einer halben Stunde konnten wir aber weiter fahren und um halb 12 waren wir dann wieder daheim.

Irland war richtig schön und ich würde jederzeit wieder hin fahren. Das nächste Mal würde ich die Route besser planen und vor allem die Mahlzeiten und Schlafmöglichkeiten. Am besten wäre es wahrscheinlich sich zwei oder drei Hotels auszusuchen, von wo aus man Tagestouren unternimmt. Dann braucht man nicht jeden Tag aufs neue suchen und ein- und auspacken. Und man hält vielleicht länger durch. Die letzten Tage war bei mir schon etwas die Luft raus. Die Sehenswürdigkeiten sind touristisch sehr gut erschlossen. Fast zu gut. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass versucht wird Geld zu machen, wo immer es geht. Und die meisten Klöster, Burgen, Museen, … sind sich doch alle ähnlich. Sollte es mich wieder mal nach Irland verschlagen, möchte ich mehr vom Land an sich und der Natur sehen und vor allem in den Wicklow Mountains wandern gehen. Ihr wisst schon, da wo „P.S. Ich liebe dich“ spielt. Diese Landschaft mit den grünen durch Steinmauern getrennte Pferde-, Kuh- und Schafweiden haben wir nämlich nur von der Straße aus gesehen. Mit der Wahl unserer Sehenswürdigkeiten war ich an sich sehr zufrieden. Das einzige, was mir ein bisschen gefehlt hat, war die Geschichte Irlands bzw. die Geschichten über Irland, also die Sagen und Märchen und das keltische Erbe.

Falls ihr euch wundert, warum nicht alles verlinkt ist: ich habe nur die Orte verlinkt, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Die Sehenswürdigkeiten gehören da nicht dazu, die würde ich alle wieder anschauen.

Der große Tag

Wenn ich auf 2013 zurück blicke, dann wird das vergangene Jahr von einem Ereignis dominiert: von unserer Hochzeit! Anfang des Jahres haben wir beschlossen zu heiraten und dann gingen die Vorbereitungen los.

Erstaunlicherweise war es doch etwas schwieriger eine geeignete Location für die Hochzeit zu finden, vor allem weil wir so gut wie nie essen gehen und somit keinen Überblick hatten, aber am Ende haben wir das perfekte Lokal gefunden, in dem ich auch den nötigen Spielraum für meine eigenen Ideen hatte. Und so konnten wir dann endlich die Einladungen verschicken. Unser Hochzeitstag sollte eine lustige Party werden und kein steifes Fest. Also haben wir uns gegen eine Sitzordnung entschieden und den Dresscode inklusive Krawatte einfach gestrichen, worüber glaube ich jeder froh war. Eine Krawatte habe ich auf jeden Fall nicht gesichtet. 😉

Mein Anspruch war, so viel wie möglich selber zu machen. Kurzfristig ist mir auch der Gedanke durch den Kopf gespukt, das Kleid selber zu nähen, aber der Druck wäre mir zu groß gewesen und ich wusste ja auch gar nicht, was ich wollte. Wir haben "nur" standesamtlich geheiratet, also musste es kein Prinzessinnen-Outfit sein, das Minimum ein Monatsgehalt verschlingt. Es sollte zu mir passen und ich hatte mir überlegt, dass es schön wäre, wenn ich es zu einem anderen Anlass nochmal anziehen kann. Ich hatte mir ein schönes, kurzes Spitzenkleid ausgesucht, das aber sehr eng war und ohne formendes Unterkleid nicht tragbar war, da sich jedes Gramm zu viel eindeutig abgezeichnet hat. Nachdem ich diverse Formunterwäsche ausprobiert habe, war mir klar, dass es nichts enges wird und ich habe mich von dem traumhaften Spitzenkleid verabschiedet. Ich bin dann mit einer Freundin in die große Stadt und gleich im ersten Laden hat mich DAS KLEID angelächelt. Ich bin dann mit einem Arm voll Kleidern in die Umkleide verschwunden und es war das einzige, das ohne Wenn und Aber gepasst hat. Also hab ich es gekauft. Die passenden Schuhe zu finden, war dann etwas schwieriger, aber hat auch gut geklappt. Eine Clutch selber zu nähen, hat mir zeitlich nicht gereicht, aber ich habe zufällig eine passende gefunden. Den Schmuck und die Unterwäsche hab ich mit einer anderen Freundin besorgt und Haare und Make-up habe ich vertrauensvoll in die Hände meiner Friseurin gelegt. Ich habe mir auch einen Bolero besorgt, den ich mir bei kühlerem Wetter hätte überwerfen können. Bis heute hängt er unbenutzt im Schrank.

Der Anzug-Kauf ging ebenso schnell vonstatten. Rein in den Laden, anprobiert, gekauft. Und die Schuhe des Bräutigams sind einfach der Hammer. Er hatte zwar Zweifel, wie sie wohl ankommen würden, aber die Hauptsache ist doch, dass sich der Bräutigam wohlfühlt und er ein paar Schuhe hat, das ihm passt und in dem er es auch den ganzen Tag aushält – kommt selten genug vor.

Die Trauung war schön. Der Standesbeamte hat die doch recht trockene rechtliche Geschichte mit vielen Zitaten aufgelockert. Ich war ziemlich aufgeregt und hatte die ganze Zeit einen trockenen Mund. Alle haben etwas gelacht, als der Standesbeamte vom Urlaub im sonnigen Süden sprach. (Wir sind in den Flitterwochen nach Irland geflogen.) Beim Ringe anstecken kam die Zeremonie etwas ins Stocken, weil ich den Ring nicht über den Finger des Superhelden bekommen habe. Es hat dann doch noch geklappt und wir wurden zu Eheleuten erklärt. Danach haben wir direkt vorm Rathaus bei strahlendem Sonnenschein mit super Stimmung, leckeren Häppchen und kühlem Sekt mit Freunden und Verwandtschaft angestoßen.

Mit dem engsten Kreis ging es dann weiter zu Kaffee und Kuchen in die Kantina.

Die Tischdeko wollte ich schlicht und rustikal, passend zur Location: ein paar Blumen passend zum Brautstrauß, Sukkulenten im Weck-Glas und selbstgemachter Sirup als Gastgeschenk.

Die Kuchen waren alle selbstgemacht. Die Hochzeitstorte habe ich selber gebacken. Das Rezept habe ich aus einer LECKER Bakery, online findet ihr es hier. Statt Himbeer-Götterspeise habe ich Himbeerpulver verwendet und den Fondant habe ich fertig gekauft, weil er mir beim Probebacken nicht gelungen ist. Das Stapeln und das Überziehen mit Fondant war eine ganz schöne Zitterpartie, aber zum Glück hat alles bestens geklappt.

Unser Gästebuch ist ein Poster, auf dem jeder seinen Fingerabdruck hinterlassen konnte. Die Idee habe ich von hier. Dort kann man sich das Bild direkt runterladen; ich habe es aber etwas verändert. Das Motiv ist einfach perfekt. Wir fahren beide gerne Fahrrad und dass ich auf Luftballons stehe ist kein Geheimnis. Das war sicher auch der Grund warum uns meine Schwester mit Helium-Luftballons inklusive süßen Postkarten überrascht hat, die die Gäste mit guten Wünschen versehen haben und die der Finder zurück schicken sollte. Vier Karten sind zurück gekommen. Eine Woche vor der Hochzeit haben meine Schwester und ich Accessoires für die Fotobox gebastelt, mit denen sich die Gäste fotografieren konnten.

Als es dann draußen etwas windig und kühl wurde, sind wir zum Abendessen nach innen umgezogen. Wir haben überlegt, was wirklich jeder mag und ich habe noch nie jemanden sagen hören: Grillen ist doof. Deswegen gab es ein Grillbuffet, bei dem auch etwaige Vegetarier auf ihre Kosten gekommen sind. Und es war richtig, richtig lecker. Nach dem Dessert ist ein Großteil gegangen. Der harte Kern hat noch ein bisschen weiter gefeiert und um zwei Uhr haben wir das Fest beendet. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Zuhause haben wir dann noch diverse Wassergläser aus dem Weg räumen, alle Sicherungen wieder rein machen und unsere Bettwäsche suchen müssen. Dann sind wir beide noch kurz unter die Dusche gehüpft und glücklich ins Bett gefallen.

Es war ein wunderbarer Tag und ich denke immer wieder daran zurück.

Die Zeit fliegt davon wie ein von zwei weißen Schimmeln gezogener Schlitten in einer winterlich weißen Landschaft

So. Wenigstens in der Überschrift habe ich ein bisschen Winter-Weihnachts-Stimmung untergebracht. Die fehlt hier ansonsten nämlich an allen Ecken und Enden. Kaum hat man das Ende des Hochzeits-Marathons vor Augen (die Bilder kommen noch – versprochen!) und freut sich auf die Zeit für Hobbies und Weihnachts-Vorbereitungen, da kommt’s so richtig dick und man wird betriebsbedingt gekündigt. 🙁 Bis Ende Januar bin ich noch beschäftigt und wenn ich bis dahin nichts gefunden habe, werde ich arbeitslos. Nachdem ich eine Weile mit meinem Schicksal gehadert habe und etwas zerstört war, habe ich mich wieder aufgerappelt, auch wenn ich alles andere als amused bin. So hatte ich mir mein 2013 nicht vorgestellt. Daher habe ich mir und euch zur Motivation eine Kleinigkeit gebastelt (mit einem Klick aufs Bild könnt ihr euch das PDF downloaden):

Krone richten

In der letzten Zeit musste ich deswegen meine Unterlagen auf Vordermann bringen und mich bewerben. Dazu kommen ein paar Weihnachtsfeiern und in der Firma war ich dann auch noch 100%ig eingespannt, um den Katalog pünktlich fertig zu bekommen. Und an Weihnachten will man ja auch nicht mit leeren Händen da stehen… Zum Glück hat sich der Druck in der letzten Woche gelegt und drei Vorstellungsgespräche hatte ich auch schon. Morgen steht noch ein Probearbeiten an und dann kann Weihnachten kommen. Wir werden dieses Jahr wieder nach Köln fahren um mit unseren (inzwischen auch für mich offiziellen) Neffen zu feiern.
Ist nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt seine Wünsche zu äußern? Es wäre schön, wenn ich einen Job finde, der mir Spaß und Erfüllung bringt. In dem ich meine Talente und meine Kreativität ausleben kann. Der näher am Heimathafen ist und mir mehr Freizeit beschert. Zu dem ich vielleicht mit dem Fahrrad fahren kann. Das ist grad mein größter Wunsch. Und wenn ihr beim Weihnachtsmann ein gutes Wort für mich einlegt, wird mein Wunsch vielleicht morgen schon wahr. Ich war auch ganz brav!